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Beim Immobilienverkauf Steuern zahlen?

21. Mai 2019

Die gute Nachricht im Voraus: Wenn Sie eine privat genutzte Immobilie verkaufen, ist die Antwort in den meisten Fällen “nein”. Es gibt aber auch einige Ausnahmefälle, in denen die sogenannte spekulative Steuer anfällt. Wir erklären, wann die Steuer fällig ist und unter welchen Umständen Immobilienverkäufer von der Steuer befreit sind.

Für private Wohnimmobilien gilt: Wer die Immobilie weniger als zehn Jahre besitzt, muss möglicherweise spekulative Steuern zahlen. Für Selbstnutzer ist die Frist etwas kürzer: Wenn Sie in den drei Jahren vor dem Verkauf in der Immobilie gewohnt haben, ist die Steuer nicht fällig.

Spekulationssteuer im Scheidungsfall

Die spekulative Steuer wird vor allem von Paaren angetroffen, die kurz vor der Trennung gemeinsam eine Immobilie gekauft haben. Wer sich nach weniger als 10 Jahren im Gemeinschaftseigentum scheidet, sollte nicht nur von einem Immobilienexperten in Bezug auf den Wert des Hauses, sondern auch von einem Steuerexperten gut beraten werden. Denn je nachdem, wie lange Sie in der Immobilie gelebt haben, kann es entweder sinnvoller sein, sofort zu verkaufen oder die Immobilie zunächst zu mieten, bis die Zehnjahresperiode vorbei ist.

Spekulationssteuer auf geerbte Immobilien

Bei geerbten Immobilien ist die spekulative Steuer nicht der Zeitpunkt der Erbschaft als Frist, sondern der Zeitpunkt, zu dem der Erblasser die Immobilie erworben hat. Sprich: Wenn die Immobilie seit mehr als zehn Jahren im Besitz des Erblassers ist oder mehr als drei Jahre vor seinem Tod in ihr gelebt hat, fällt keine Spekulationssteuer auf den Verkauf an.

Möglicherweise müssen Sie jedoch Erbschaftssteuer zahlen, wenn Sie die Immobilie vererbungsgerecht verkaufen und nicht selbst nutzen. Denn auch hier gilt ein Zehnjahreszeitraum. Von der Erbschaftssteuer befreit ist jeder, der zehn Jahre lang in der geerbten Immobilie lebt.

Spekulationssteuer für Mehrfamilienhäuser

Wenn Sie ein Mehrfamilienhaus privat verkaufen, gilt auch hier die Zehnjahresfrist. Wenn Sie mehr als drei Jahre in einer der Einheiten wohnen und nach weniger als zehn Jahren verkaufen, können Sie die Quadratmeter Ihres Hauses vom steuerbaren Gewinn abziehen.

Wie hoch ist die spekulative Steuer?

Wenn Sie in Ihrem Fall spekulative Steuern haben, basieren diese auf dem Gewinn, den Sie aus dem Verkauf erzielen, und Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz. Wenn Sie Ihr Haus vor 6 Jahren für 300.000 Euro und jetzt 350.000 Euro dafür gekauft haben, müssen Sie entsprechend 50.000 Euro besteuern. Vom Steuerbetrag können Anschaffungsnebenkosten und Kosten für den Hausverkauf abgezogen werden. Außerdem gibt es einen Steuerfreibetrag von 600 Euro.

Sie wollen Ihre Immobilie verkaufen und suchen professionelle Unterstützung? Kontaktieren Sie uns jetzt. Wir beraten Sie gerne.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte klären Sie den Sachverhalt in Ihrem konkreten Fall durch einen Rechtsanwalt und / oder Steuerberater.

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