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Der Immobilienmarkt – Wohin geht die Reise?

15. Nov 2022

Der Immobilienmarkt – Wohin geht die Reise?

Nach vielen Jahren, in denen der Markt nur eine Richtung kannte, ändern sich derzeit die Marktverhältnisse. Wer jetzt behauptet, dass alles schlechter wird, macht es sich aber zu einfach. Wie bei Aktien, gibt es zu jeder Zeit Gewinner und neue Chancen. Man muss sie nur erkennen und sich anpassen.

Was derzeit passiert:
Gerade jüngere Familien erleben bei der Finanzierung einen Zinsanstieg, den sie in ihrem bisherigen Leben noch nicht erlebt haben. Dazu kommt, dass die realen, inflationsbereinigten Löhne sinken. Diese Mischung aus Inflation, steigenden Bauzinsen, Krieg und Energiekrise werden alle einen Einfluss auf die Preisentwicklung von Gewerbe- und Wohnimmobilien haben. Einige sind jetzt schon merkbar, andere werden wir erst in den nächsten Monaten erleben, denn die Relevanz der neuen Marktverhältnisse sind noch nicht bei allen Entscheidern durchgedrungen.

Jeder Faktor für sich beeinflusst die Objektpreise auf seine Weise. Nehmen wir zwei Beispiele:

Leitzinsen
Angesichts der Leitzinserhöhungen ziehen sich Weltweit Käufer vom Erwerb von Gewerbe- und Wohnimmobilien zurück – und die Preise beginnen zu fallen. Gleichzeitig müssen Millionen von Menschen, die während des Pandemiebooms billige Kredite für den Erwerb von Gebäuden aufgenommen haben, höhere Raten zahlen, wenn Zinsen neu festgesetzt werden. Das Angebot an Immobilien wird zunehmen und weiteren Druck auf die Preise ausüben.

Energie
Die Nachfrage nach energetisch schlechten Gebäuden hat sich merkbar verändert. Themen, die bis vor wenigen Jahren fast keinen Stellenwert hatten rücken in den Fokus. Eine Ölheizung wird zum schwerer kalkulierbaren Risiko und der Grad der Wärmedämmung wird häufiger nachgefragt. Ungedämmte Immobilien müssen aber keine Ladenhüter werden, da eine energetische Sanierung immer möglich ist. Ist die Werthaltigkeit der Immobilie allerdings schwach, wird dies stärker auf den Preis drücken.

Der Umsatz mit Immobilien in Deutschland wird einer Studie zufolge dieses Jahr erstmals seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 sinken. Nach einem Rekordjahr 2021 hätten sich die Bedingungen am Markt gedreht, heißt es in einer Analyse des Hamburger Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung. Einige sprechen von einem Umsatzrückgang, der uns mindestens die nächsten beiden Jahre begleiten wird. Positiv gesehen, bewegen wir uns immer noch auf einem sehr hohen Niveau und zu guten Immobilien im Portfoliomix gibt es kaum Alternativen.

Wir empfehlen unseren Kunden für den Verkauf von Immobilien derzeit mit längeren Zeiträumen zu kalkulieren. Gute Objekte werden immer einen Käufer finden. Mit einer entsprechenden Vermarktungsstrategie lassen sich auch in volatilen Zeiten für Käufer und Verkäufer gute Abschlüsse erzielen. War es auf dem Markt in den letzten Jahren immer schwerer an gute Objekte zu kommen, so werden in der nächsten Zeit wieder vermehrt interessante Objekte angeboten werden. Einige Käufer stehen den steigenden Zinsen gegenüber und werden ihre Immobilien wieder in den Markt bringen.

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