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ChatGPT – wir testen die Zukunft



Fast jede Zeitschrift, durch die man blättert, hat mindestens einen Artikel zum Thema KI und Tools wie ChatGPT oder Midjourney. Da werden dann Worte wie „disruptiv“ verwendet und wir bekommen den Eindruck, dass da etwas ziemlich Großes auf uns zu rollt. Etwas, dem man sich nicht entziehen kann und dass viele Bereiche nachhaltig ändern wird. Auch wir schauen uns die verschiedenen Tools regelmäßig an, um nicht plötzlich überrascht zu werden, denn bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm. Hier unsere völlig subjektive Meinung zudem was ist und was werden kann.


Beginnen wir bei Midjourney, einem Tool zur Erstellung von Bildern. Man schreibt seine Begriffe zu dem Bild auf und bekommt drei bis fünf Vorschläge. Diese kann man dann nacharbeiten und mit weiteren Attributen versehen. Für den Bereich „Fantasy“ sind die Ergebnisse beeindruckend, je näher man aber der Realität kommt, je stärker fallen Fehler auf. Hier wird deutlich, wie empfindlich das Auge auf Abweichungen reagiert. Kannten von Objekten laufen nicht sauber und Figuren haben gerne drei oder sieben Finger.


Bei ChatGPT finden wir die Texte bis heute häufig leicht „hoppelig“ und man merkt, dass Informationen aus Stückwerk zusammengesetzt sind. Absätze passen nicht sauber zueinander, oder wiederholen Inhalte mit anderer Formulierung. Einige hingegen lesen sich schon sehr flüssig. Prüft man die Inhalte, so bemerkt man leider gravierende Fehler. Hier kommt eine Tücke des Systems zum Tragen. Der Bot “will” immer eine Antwort geben. ChatGPT formt Silben, Wörter und Sätze nach der Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Wort auf ein anderes folgt. Wenn ChatGPT in einem Bereich kein Wissen hat, sagt es trotzdem das nächste Wort voraus und generiert eine Antwort, die wahr klingt und selbstbewusst und logisch wirkt. Nur dass die Antwort frei erfunden ist. Der Chatbot hat kein Verständnis für das, was er schreibt, das darf man nicht vergessen.


Wir haben festgestellt, dass je spezieller eine Immobilie und eine Lage ist, desto fantasievoller wurden Dinge erfunden. Selbst Orte existierten nicht. Das Modell generiert menschlich wirkende Sprache und legt den Fokus (noch) nicht auf korrekte Fakten. Es heißt “ChatGPT” und nicht “KnowledgeGPT”. Man kann ChatGPT die Texte überprüfen lassen und erhält dann Entschuldigungen wie: „Es tut mir leid, wenn ich mich in meiner Antwort geirrt habe.“ oder „Ich entschuldige mich aufrichtig für das Missverständnis. Ich habe mich geirrt.“ Die Technik ist allerdings noch jung und den Entwicklern werden diese Fehler bekannt sein. Mit der Zeit werden diese behoben werden. Unnötig dabei zu erwähnen, dass uns die frei erfundenen Details aus beruflicher Sicht gar nicht gefallen.


Kommen wir zu den schönen Punkten, die uns die Tools in Zukunft ermöglichen werden. Kombinieren wir Bild und Ton, so wird es möglich, die Vorselektion bei Immobilien viel einfacher umzusetzen. Man muss nicht mehr zu jedem Objekt fahren, sondern geht per VR-Brille durch das Gebäude. Dazu erhält man Informationen zur Immobilie, zur Nachbarschaft und Fragen werden direkt beantwortet. Das Tool kann sogar Renovierungsvorschläge erstellen und interaktiv anzeigen. Wer sehen möchte, wie das Licht morgens und nachmittags in das Objekt fällt, braucht nur seinen Wunsch auszusprechen. Auf solche Entwicklungen freuen wir uns, denn das spart Kunden und Maklern viel Zeit.


Der Besuch bei seinem ausgewählten Wunschobjekt sollte am Ende trotzdem erfolgen, denn die Realität ist das was man wirklich erwirbt und keine Anwalt wird zustimmen, wenn man sagt: „Mit der VR-Brille hat das ganz anders ausgesehen.“

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